Namenlose
Das Werk "Namenlose" besteht aus 50 Porträts von Kindern und Jugendlichen in Uniformen. Ihre individuellen Geschichten bleiben im Hintergrund, ihre Namen sind unbekannt oder bewusst ausgeblendet. Gerade darin liegt die zentrale Aussage der Arbeit: Die Dargestellten stehen stellvertretend für unzählige junge Menschen, die in Kriegen instrumentalisiert wurden, ihre Kindheit verloren und oftmals auch ihr Leben.
Die Uniformen verleihen den Porträts eine beklemmende Ambivalenz. Sie wirken wie Zeichen von Zugehörigkeit und Identität, verdecken jedoch zugleich die Individualität der Kinder. Was sichtbar wird, ist nicht Heldentum, sondern die Tragödie einer Generation, die in Konflikte hineingezogen wurde, die sie weder verursacht noch verstanden hat.
Jedes Porträt steht für ein einzelnes Schicksal, gemeinsam entfalten die Arbeiten jedoch ein eindringliches Denkmal gegen das Vergessen. Die Serie macht sichtbar, dass hinter jeder Zahl, jeder Statistik und jedem historischen Ereignis Menschen stehen. „Namenlose“ wird so zu einer künstlerischen Anklage gegen die Instrumentalisierung von Kindern und zu einer Reflexion über das unfassbare Leid und den Wahnsinn des Krieges.


















































